Hildegard von Bingen
Die heilige Hildegard von Bingen lebte im 12. Jahrhundert und verfasste medizinische Abhandlungen über die Entstehung und Behandlung von Krankheiten. Auch die Heilkräfte der Dirndl, dort "Erlizbaum" genannt werden beschrieben.
Physika, 3. Buch, Kapitel 40: "Von der Kornelkirsche (Dirlitze) Die Kornelkirsche ist warm, und ihre Wärme ist mild, und sie hat süße Feuchtigkeit in sich. Nimm daher von ihrer Rinde, dem Holz und den Blättern und koche sie in Wasser, und mache daraus ein Bad. Und wer an Gicht leidet, sei es ein Kind, ein junger Mensch oder ein alter, der bade darin oft und umgebe sich in diesen Bädern (mit diesen Blättern). Und das tue er im Sommer, wenn der Baum grün ist, und dem Kind und dem jungen Menschen wird es bestens zur Gesundheit verhelfen. Dem alten Menschen aber wird es ziemlich nützen, jedoch nicht in dem Maße wie dem Kind und dem jungen. Und so werden sie sich besser befinden. Und die Frucht dieses Baumes schadet dem Menschen nicht, wenn man sie ißt, aber sie reinigt und stärkt den kranken und auch den gesunden Magen, sie nützt dem Menschen für die Gesundheit. (textkritische Übersetzung von Marie-Louise Portmann, 1991)"
Im 1996 bei Heyne erschienenen Hildegard von Bingen Kochbuch schreibt Dr. Wighard Strehlow über die Dirndlfrüchte: "Sie enthalten den roten Fruchtfarbstoff der Anthocyane, die zur Vitamin-P-Gruppe gehören. Dieses Vitamin P ist ein wichtiger Schutz- und Reparaturfaktor bei Entzündungen und Verletzungen der Schleimhäute und Blutgefäße, zum Beispiel bei Gastritis oder Krampfaderleiden."